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Kolumne: Deine Stimme zählt – Unpolitisch sein ist Luxus!

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll. Als Blogger soll man ja politische Beiträge eher meiden um seine Leser bzw. Follower nicht zu vergraulen. Die aktuelle politische Lage mit Aussicht auf die anstehenden Landtagswahlen in NRW und der Bundestagswahl im Herbst, haben mich aber umdenken lassen. Letztendlich hat mich dann noch Sophie mit ihrem Blogpost Du hast die Wahl dazu bewegt diesen Post hier tatsächlich umzusetzen.

Man muss keiner Partei angehören, um sich zu engagieren

Erst einmal zu meinem politischen Verhalten: Ich bin in keiner Partei! AAAABER… ich interessiere mich sehr für Politik. In der Uni kam ich das erste Mal in Kontakt mit dem Studierenden Parlament und verschiedenen Weltanschauungen. Zu meinem Freundeskreis gehörten Sozialdemokraten, Liberale, Christdemokraten, Linke und Mitglieder von Spaßparteien. Letztendlich hatte ich auch mit Freundinnen selber mal eine Partei an der Uni gegründet: Die Prinzessinnen Partei. Wir haben die Abschaffung des Studierendenparlamentes und die Einführung des Absolutismus gefordert, eben weil das Wort Studierendenparlament zu lang ist. Wieso sollte man uns wählen? Natürlich weil wir hübsch sind! Wir haben das ganze also ein bisschen auf’s Korn genommen und letztendlich sogar einen Sitz im Studierendenparlament geholt 😂

Gemeinsam wurde wild über Politik diskutiert. Ich muss zugeben, dass sich meine politische Einstellung von eher Links zu Liberal mit den Jahren geändert hat, ähnlich wie in dem Film „Die fetten Jahre sind vorbei“:

Wer unter 30 nicht links ist, hat kein Herz. Wer über 30 noch immer links ist, hat keinen Verstand!

Mit dem Alter ändern sich natürlich die Ansichten und es werden andere Aspekte wichtiger: Altersvorsorge, Rente… Das liegt zwar für mich in ferner Zukunft, aber ich weiß, dass ich sowieso nicht viel kriegen werde. Näher wären da schon eher Kindergeld und Kitaplätze.

Seit ich 16 bin helfe ich regelmäßig als Wahlhelferin in meinem Wahlbezirk aus, mittlerweile darf ich sogar den Wahlvorstand machen. Für mich gehört das als bürgerliche Pflicht dazu, außerdem kann man damit auch leicht sein Taschengeld ein bisschen aufbessern, so viel Arbeit ist das nämlich gar nicht. Nur das Auszählen nach 18 Uhr wird ein bisschen stressig. Ich kann das wirklich nur jedem mal empfehlen auszuprobieren. Natürlich nehme ich auch mein Recht wahr und habe seit dem ich mit 16 das erste mal für den Landtag NRW wählen konnte alles mitgenommen: Bürgermeisterwahl, Landtagswahl, Bundestagswahl und Europaparlamentswahlen.

Meckern hilft nicht, werde aktiv!

Ich möchte, dass meine Stimme auch zählt. Ich kann mich nicht zuhause vor dem Fernseher setzen, mir Nachrichten anschauen und über die „Berufspolitiker“ meckern, die ja das Volk verraten und von den Fake News unterstützt werden und dann letztendlich faul auf dem Sofa bleiben, wenn es am Wahltag regnet. Um mich dann bis zur nächsten Wahl erneut zu ärgern. Ich weiß, dass meine Stimme nicht unbedingt ins Gewicht fällt, aber wenn mehrere Leute so denken würden, würden die Stimmen auch wieder mehr zählen. Leider merke ich nämlich auch bei jeder Wahl, wie die Wahlbeteiligung weiter sinkt. In meinem Wahlbezirk wohnen über 1.000 Wahlberechtigte, am Wahltag geben aber höchstens 300 davon ihre Stimme ab. Das kann doch nicht sein?

Panikmache durch Nationalisten und rechte Parteien

In Europa sind die rechten, populistischen Parteien auf den Vormarsch und verbreiten Angst und Schrecken unter den Wählern, in dem man die tatsächliche Lage des Landes ignoriert und alles schwarz malt. Hast du schon mal mehr vom Wahlprogramm dieser Parteien gehört als das Ewige „Ausländer raus!“ gepöbel? Nicht wirklich, oder? Und wenn man sich das Wahlprogramm dann anschaut, wenn überhaupt vorhanden, fällt man aus allen Wolken, weil da doch eher ein Familienbild aus dem letzten Jahrhundert propagandiert wird, bei dem die Frau an den Herd gefesselt gehört.

Diese Parteien nutzen die Angst der Menschen aus, die oft auch sozial benachteiligt sind und für die Flüchtlinge und Ausländer auch auf dem Arbeitsmarkt zu Konkurrenten werden. Ich als studierte Marketingtrulla sehe mich jetzt nicht unbedingt von Flüchtlingen bedroht, obwohl ich in Duisburg lebe und aufgewachsen bin. Ich bin noch nie Opfer einer Gewalttat geworden, wurde nie bestohlen oder musste ähnliches erleben. Obwohl ich in einem „Sozialen Brennpunkt“ in der Nähe der sogenannten „No-Go Area“ Marxloh lebe. Dort bekommt man übrigens echt guten Döner!

Mich wundert es nicht, dass die meisten Wähler solcher rechten Parteien in Ostdeutschland wohnen. Die Städte dort sind verarmt, die jungen Leute ziehen weg und man hat dort bisher recht wenig Kontakt zu Ausländern. In NRW leben rund 2,2 Millionen Ausländer, wo gegen in Sachsen gerade mal 165.000, Brandenburg 88.000 und Thüringen 76.000 Ausländer leben (Quelle Ausländeranteil der Bundesländer 2015). Ich lehne mich da nicht weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass man in NRW in diesem Punkt viel offener aufwächst. Schon im Kindergarten findet der erste Kontakt statt und es entwickeln sich langjährige Freundschaften, in denen man den anderen Kulturkreis kennenlernt. Ich gehe auch nicht mit allen Ideen konform und find es denkwürdig, wenn eine Freundin nur einen „Landsmann“ daten darf, aber jeder so wie er will. Die Leute sind zwar integriert, aber man kann nicht erwarten, dass sie sich assimilieren, also alles Deutsche annehmen und ihre eigene Kultur quasi komplett vergessen.

Unpolitisch bleiben ist Luxus!

In dieser heutigen wählt kann man es sich nicht leisten unpolitisch zu sein und nicht zu wählen. Nicht nur die rechten Parteien drohen unsere Rechte einzuschränken. Die Gefahr droht quasi auch von unseren Omas und Opas, die traurige Wahrheit ist nämlich, dass unsere Gesellschaft in Deutschland veraltet und die Politik der nächsten Jahre immer mehr darauf ausgelegt ist die Älteren zu umgarnen. Die gehen nämlich wählen! Und das kann uns jungen Leuten gefährlich werden: Steuern hoch, bloß nichts für Familien tun, aber fleißig die Renten erhöhen. Das liegt doch nicht in unserem Interesse? Deswegen müssen wir wählen gehen! Wir müssen unsere Stimmen nutzen, auch wenn wir in der Unterzahl sind, können wir ein Zeichen setzen und zeigen „Hallo, wir sind auch noch da!“. Außerdem ist jede nicht abgegebene Stimme auch gleichzeitig eine Stimme für Rechts: Denn diese Parteien schaffen es ihre Wähler zu mobilisieren. Auch wenn du denkst, deine Stimme zählt nicht, hat sie letztendlich Gewicht.

Und jetzt denken wir mal kurz an England: Die jungen Leute sind weitgehend zuhause geblieben und haben nicht gewählt, aber die Alten und Euroskeptiker und da haben wir den Salat: Brexit! Hinterher wurde dann natürlich gegoogelt was Brexit eigentlich bedeutet. Willst du sowas auch erleben und in einem Albtraum aufwachen? Donald Trump macht ja momentan herrlich vor, wie gefährlich eine solche Politik ist. Innerhalb von nicht mal zwei Monaten schafft er es ein Land ins Chaos zu stürzen und das auch zu Leugnen.

Wow dieser Post ist jetzt doch etwas länger geworden als beabsichtigt, aber ich musste mir das einfach von der Seele schreiben, da mich die aktuelle Lage doch sehr verunsichert und ich nicht in einem Land leben will, dass von einem chaotischen, rechten Haufen regiert wird. Ich hoffe ich konnte vielleicht Jemanden davon überzeugen doch sein Kreuzchen zu machen oder einfach nur mal einen Denkanstoss zu geben.

In NRW sind die Landtagswahlen übrigens am 14. Mai 2017 und Wahlberechtigt ist man ab 16 Jahren. Im Herbst folgen dann die Bundestagswahlen, dort dürft ihr mit 18 wählen. Falls ihr nicht wisst, welche Partei euch politisch nahe steht, könnt ihr kurz vor den Wahlen den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung ausprobieren, Ihr beantwortet Fragen zu politischen Themen und anhand eurer Antworten, werdet ihr zu den Parteien zugeordnet. Momentan ist der Wahl-O-Mat für die Landtagswahl noch nicht freigeschaltet.

Wie steht ihr zu dem Thema? 

 

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2 Comments

  • Reply Carolin

    Das ist wirklich ein super interessanter und wichtiger Post! Ich finde es klasse, dass du hier auf deinem Blog das Thema Politik ansprichst.
    Ich finde es nämlich auch sehr wichtig, dass man sich damit beschäftigt und eine Meinung bildet.

    Caro x
    http://nilooorac.com/

    25/02/2017 at 15:04
  • Reply Sassi

    Dein Post ist wirklich ein guter Denkanstoss.
    Ich muss gestehen, dass ich natürlich zum wählen gehe, ,mich darüber hinaus aber nicht politisch engagiere.
    Momentan ist das neben ausbildungsintegriertem Studium und Blog einfach auch zeitlich nicht drin.
    Danke für den wichtigen Denkanstoss.
    Liebe Grüße
    Sassi

    26/02/2017 at 17:02
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