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Travel Diaries

Travel Diary: Berlin

Mein letzter Berlin Trip liegt jetzt schon ein wenig zurück, aber im Oktober 2015 bin ich mit meinem Freund in die deutsche Hauptstadt geflogen. Für ihn war es der erste Berlin Besuch, für mich schon der vierte. Aber ich hatte noch nie einen so günstigen Trip, für 3 Tage inklusive Flug und Hotel haben  wir 100€ pro Person gezahlt.  Wie ihr so günstig hinkommt und was wir dort so gemacht haben, habe ich euch nochmal zusammengefasst.

Günstiger Flug mit Ryanair

Wir sind mit Ryanair von Köln-Bonn aus nach Berlin geflogen, gebucht haben wir über die Ryanair Website, ca 3. Monate vorher. Die Flüge haben nur 10€ pro Person, pro Flug gekostet. Also insgesamt 40€ für die Flüge für zwei Person. Momentan fliegt Ryanair allerdings nur von Köln aus nach Berlin-Schönefeld. Wir haben uns für einen frühen Hinflug entschieden und einen späten Rückflug, damit wir möglichst viel Zeit in Berlin haben.

Ryanair ist ein Billigflieger, wir hatten nur Handgepäck, aber das reicht ja wirklich für einen Wochenendtrip. Man hat im Flieger nicht viel Beinfreiheit und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass die Sitze dort schmaler sind als bei anderen Airlines. Die Flugzeit war ca. 1 Stunde und recht angenehm.

Motel One – Günstige, aber gute Unterkunft

Unser Bett

Wir hatten lange nach einem günstigen und guten Hotel in Berlin gesucht, da kam mir dann die Idee mal nach einem Motel One zu schauen und über die Motel One Website haben wir dann auch ein Zimmer im Motel One am Hauptbahnhof gebucht. Dort haben wir pro Nacht 80€ gezahlt, also 160€ für 2 Nächte. Ich finde, dass das ein guter Preis ist, wenn man ihn durch zwei teilt, klar es geht auch günstiger mit einem Hostel, aber ich wollte schon etwas Komfort haben. Wir hatten allerdings kein Frühstück gebucht, sondern haben uns beim Aldi gegenüber versorgt. Die zentrale Lage am Hauptbahnhof war super, wir hatten ein Zimmer „Nach Hinten“ hin, zum Park und haben dort bei offenen Fenster auch nicht’s vom Hauptbahnhof Lärm mitbekommen.

Das Hotel ist noch relativ neu, die Zimmer sind klein, aber modern eingerichtet. Die Betten waren super bequem und ich fand die Regendusche im Bad echt toll. Die Motel Ones haben ja alle quasi die gleiche Einrichtung, also weiß man immer, was einen erwartet.
Die Hotel Terrasse

Insgesamt gibt es mittlerweile 9 Motel Ones in Berlin, an verschiedenen Standpunkten, je nachdem wie es zu einem passt. Allerdings sind die Übernachtungspreise teilweise unterschiedlich. Das Hotel am Hauptbahnhof war damals am billigsten. Man brauch für die Buchung übrigens keine Kreditkarte, sondern kann auch mit der EC-Karte beim Check-in zahlen 🙂

Ich kann euch die Hotels nur empfehlen!
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Tag 1 – East Side Gallery, Oberbaumbrücke, Flughafen Tempelhof & Museumsinsel


Nachdem wir gegen 12 Uhr im Hotel eingecheckt hatten, haben wir uns die weiter entfernte Ziele, die nicht unbedingt in laufbarer Distanz lagen angeschaut. Als erstes ging es zur East Side Gallery, damit mein Freund mal etwas Mauer sieht ;-D Von dort sind wir etwas am Spreeufer lang gelaufen und dann über die Oberbaumbrücke zur U-Bahn Haltestelle Schlesisches Tor. 

Flughafen Tempelhof

Von dort aus ging es zum Flughafen Tempelhof, zwischendurch haben wir uns noch ein paar Getränke und Snacks geholt. Dort angekommen sind wir auf der alten Rollbahn des Flughafens rumgelaufen und haben uns dann auf eine Bank gepflanzt und das schöne Wetter genossen, es war echt mega warm. Mein Freund war total angetan vom Flugfeld und ist noch mal rumgelaufen, leider haben wir erst beim Gehen gesehen, dass man dort auch Fahrräder leihen kann, naja dann halt beim nächsten Mal ;-D

Landebahn

Nachmittags ging es dann wieder zurück Richtung Mitte, am Bahnhof Friedrichstraße sind wir ausgestiegen und dann zur Museumsinsel gelaufen, dabei dann einmal an der Wohnung von Angela Merkel, gegenüber vom Pergamonmuseum vorbei zum Berliner Dom. Dort haben wir nochmal die letzten Sonnenstrahlen genossen. Dann ging es langsam zurück über „Unter den Linden“ vorbei an der Neuen Wache, Humboldt Uni und Bebelplatz. Wir sind dann noch in einem Restaurant Essen gewesen und sind von dort aus weiter die Straße hochgelaufen zum Pariser Platz und dem Brandenburger Tor. Dort wurden Tourimäßig ein paar Fotos gemacht, leider wurde zur der Zeit gerade für die Feierlichkeiten zum 3. Oktober aufgebaut, deswegen war das Brandenburger Tor eingezäunt. Mein Freund war dann doch enttäuscht, weil das Tor ja im Fernsehen immer größer ausschaut, aber so ging es mir auch beim ersten Berlin-Trip. Vom Brandenburger Tor aus ging es zum Reichstag und am Kanzleramt vorbei zum Hauptbahnhof. Dort haben wir uns nochmal mit Getränken versorgt und sind dann ins Hotel gegangen, weil am nächsten Tag mussten wir schon früh wach sein.

Tag 2 – Tour de Reichstag und Rundgang durch Berlin

Früh Morgens um 10 Uhr mussten wir schon am Reichstag sein, über die Website des Bundestages haben wir uns für eine kostenlose Führung angemeldet. Das kann jeder machen und ist auch für jeden kostenlos die Führungen werden in verschiedenen Sprachen angeboten, ihr solltet allerdings früher vor Ort sein, weil man noch durch einen Sicherheitscheck müsst. Wir hatten dieses Mal eine englische Führung, unser Tour Guide war sehr nett und sehr bemüht uns alles zu zeigen. Mein Freund war sehr von den russischen „Graffitis“ angetan, die die Sowjets nach Einnahme 1945 dort hinterlassen hatten. Die habe auch zum ersten Mal gesehen und fand es auch ganz cool, das diese erhalten wurden während der Renovierung. Zum Schluss ging es noch nach Oben auf die Dachterrasse und zur Kuppel, wir haben uns noch einen kostenlosen Audioguide geschnappt und die Aussicht auf die Stadt genossen. 
 
Danach ging es zum Denkmal für die ermordeten Juden, mein Freund fand es sehr gut und ich bin auch jedes Mal davon angetan. Die Blöcke werden ja zur Mitte hin höher und spitzen sich ein bisschen zu, dadurch soll man sich auch so eingesperrt und beklemmt fühlen, wie die Juden damals. Das ist wirklich eins meiner Lieblingsdenkmäler in ganz Deutschland. Dort haben wir uns auch in ein Café gesetzt und erstmal was gefuttert, es gab natürlich Currywurst-Pomes, wobei die Currywurst aus dem Ruhrpott natürlich die einzig Wahre ist ;-D
 
Von dort aus sind wir über die Französische Straße zur Friedrichstraße gelaufen, dort sind wir an den verschiedenen Läden vorbei geschlendert, bis wir am Checkpoint Charlie ankamen. Checkpoint Charlie ist für mich ja ein bisschen Disneyland. Ich habe meinem Freund dort noch einiges zur Geschichte des Ortes erzählt.
Checkpoint Charlie
Dann ging es über die Zimmerstraße zum Bundesfinanzministerium, das während der Nazizeit das Reichsluftfahrtministerium und während der DDR-Zeit das Haus der Ministerien beherbergte. Dort fand auch 1965 eine dramatische Flucht statt: Die Familie Holzapfel hat sich in das Haus der Ministerien geschleust, welches direkt neben der Mauer stand, auf einer Toilette haben sie gewartet, bis es dunkel wurde und das Bürogebäude leer war. Sie sind auf’s Dach geklettert und von dort aus warf der Vater einen Hammer mit Stahlseil über die Berliner Mauer, auf der anderen Seite warteten bereits Westdeutsche Familienangehörige, die ihnen halfen. Sie banden das Seil fest und zu erst wurde der 9-jährige Sohn, dann die Mutter und zu letzt der Vater mit Seilwinden über die Mauer geschleust. Bei der Aktion wurden sie sogar von einem DDR-Soldaten beobachtet, dieser dachte aber, dass das eine Schleusungsaktion der DDR war und hat somit auch nicht eingegriffen.
Auf meiner ersten Berlin Reise hat mir ein Tourguide von der Geschichte erzählt und ich finde sie einfach echt krass und mutig, dass ich sie nicht vergessen kann.
Gegenüber des Bundesfinanzministeriums haben wir uns noch die kostenlose Ausstellung Topographie des Terrors angeschaut, in der die Geschichte der Zwangsarbeit während der Nazizeit aufgearbeitet wird. Die Bilder und Geschichten dort sind schon ziemlich heftig, trotzdem ist die Ausstellung sehenswert und wirklich gut gemacht, vor dem Gebäude ist außerdem noch eine Gedenkstätte zur Mauer, dort wird auch auf die Nazizeit eingegangen und die Fundamente unter der Mauer sind sichtbar, die Fundamente gehörten in der Nazizeit zu den Zentralen der Nazis: Die Führung der SS, das Gestapo Hautquartier mit Gefängnis, sowie das Reichssicherheitsamt.
Gegend Abend sind wir dann von der Ausstellung zum Potsdamer Platz gelaufen und haben uns dort umgeschaut. Von dort aus sind wir dann doch noch mit der U-Bahn gefahren, da mir langsam die Füße weh taten. Der Rundgang, den wir gemacht haben, sind knapp 4km. Allerdings kommen dann noch Warte- und Belichtungszeiten hinzu, somit haben wir quasi gemütlich einen halben Tag vertrödelt. Wir sind übrigens mit der U-Bahn zur Friedrichstraße gefahren und haben uns dort am Schiffbauerdamm in ein Restaurant gesetzt.

Tag 3 – Spreefahrt, Alex, Nikolaiviertel und Gedenkstätte Bernauerstraße

Nach unserem Marsch am Vortag wollten wir unseren Füßen eine kleine Pause gönnen und haben am Morgen erstmal eine gemütliche Spreefahrt gemacht, abgelegt haben wir in der Nähe vom Hauptbahnhof und sind dann durch das Regierungsviertel zur Museumsinsel geschippert, von dort ging es wieder zurück mit dem Boot und dann hinter das Kanzleramt bis zum Tiergarten und wieder zurück zum Anlieger. die Tour hat ca. 1 1/2 Stunden gedauert und war preislich total okay. Es war schön Berlin mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Von dort aus ging es dann zum Ku’damm, dort haben wir uns die Gedächtniskirche, KaDeWe und co angeschaut. Im Hardrock Café haben wir uns dann ein Mittagessen gegönnt, weil ich wirklich noch nie in einem war, musste geändert werden, fand mein Freund 😀 Die Burger waren echt lecker und das Personal super freundlich.
Nach dem Essen ging es dann zum Alexanderplatz und zum Roten Rathaus, wir haben uns auch das Nikolaiviertel angeschaut. Zum Schluss sind wir dann noch zur Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauerstraße gefahren. Das war auch für mich mein erstes Mal dort. Wirklich spektakulär ist es jetzt nicht, aber man sieht ein Stück Mauer mit Todesstreifen in seiner ursprünglichen Form, gegenüber ist außerdem ein Gebäude, mit einer Ausstellung zur Mauer. Auf dem Dach hat es eine Aussichtsplattform, von der man die Gedenkstätte komplett überblicken kann, das fand ich sehr interessant, wenn man sich dann vorstellt, dass sich dieser Streifen durch die ganze Stadt geschlängelt hat. Dann hieß es Koffer abholen und Goodbye Berlin.

Wenn man Berlin schon ein paar mal gesehen hat, dann bietet die Stadt nichts neues mehr. Ich fand sie irgendwie sogar schlechter als bei meinem letzten Besuch: Alles war dreckig und überall hat es nach Pisse gestunken. Dazu wird an jeder Ecke gebaut und dann noch die Touristenmassen – Zum Glück muss ich in Berlin nicht wohnen 😀 Mein Freund fand es ganz toll mal die deutsche Hauptstadt zu sehen, die natürlich einen riesen Haufen Geschichte zu bieten hat, die er bisher nur aus Schulbüchern kannte. Das nächste Mal möchte ich auf jeden Fall mal das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen besuchen, obwohl ich gehört habe, dass es ziemlich bedrückend ist, möchte ich auch mal diesen Teil der Geschichte sehen. Berlin ist ja dank 10€ Fluges nich mehr weit entfernt, man könnte ja mal einen Tagesausflug machen ;-D

Wart ihr schon mal in Berlin? Wenn ja, welcher Ort hat euch dort am meisten beeindruckt?
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3 Comments

  • Reply Lootie Loo

    Interessanter Artikel, aber 100€ waren das doch nicht oder? Du hast ja das Essen garnicht mitberechnet und ich finde Essen ist das teuerste, haha 😀

    Ich war letzten Monat ebenfalls in Berlin und fand es wirklicht toll. Mit dem Auto zu viert und Airbnb kommt man auch ziemlich günstig davon. Die Wohnung war super und hat für 3 Nächte nur 40€ p.P. gekostet. Obwohl ich Berlin schon öfters gesehen hatte, fand ich es super und würde da sogar hinziehen ;P
    Es stimmt, man sieht eigentlich nichts neues mehr, aber es ist so vielfältig und bunt. Vor allem das Essen dort ist mega 😀

    LootieLoos plastic world

    22/05/2016 at 17:15
  • Reply Sweet like sugar by Belli

    Super schöner und sehr informativer Post:) Vorallem Infos über das Hotel sind sicher für viele Leute ziemlich hilfreich!

    Liebe Grüße<3
    http://belli-sweetlikesugar.blogspot.de/

    22/05/2016 at 17:15
  • Reply Ni Na

    Also Essen war jetzt ehrlich gesagt nicht so teuer, wir haben uns halt bei Aldi was zum Frühstück geholt und dort direkt Getränke für den Tag mitgenommen. Am ersten Abend haben wir uns für Schnitzel entschieden, da haben wir insgesamt 25€ gezahlt. Am zweiten Abend waren wir bei einem Italiener und da lag das auch so bei 25€. Kommt halt drauf an, was man so isst 😀 Mit Mäcces wären wir billiger weg gekommen.
    Naja selbst mit dem Auto kommst du so billig nicht nach Berlin, ihr habt zwar eine billige Unterkunft gehabt, aber dazu kommen ja noch die Spritkosten 😛 Wir hatten auch erst bei Airbnb geschaut aber zu zweit hatten wir da jetzt nichts billiges, schönes und zentrales gefunden 😀 Da sind wir mit dem Motel One sichergegangen 😀
    Das Essen ist echt toll dort, mein Freund hat sich über einen Currywurstladen am Alex kaputt gelacht, weil der "Freddy Mehrcurry" heißt xD Außerdem hatte er noch nie einen Bauchladen-Würstchengrill gesehen 😀

    22/05/2016 at 17:24
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